Bericht vom 12. hella hamburg halbmarathon 2006 – Läufer

Vier Mal Kenia

Bereits einen Kilometer nach dem Start legten die vier vom „Team Rureifel“ gemeldeten Kenianer Shaddrack Kiyai, Robert Kiprop, Samson Koech und David Kimitei ein höllisches Tempo vor und entfernten sich schnell von der Verfolgergruppe um den Deutschen Nachwuchsstar André Sommer aus Leipzig. „Ich dachte mir, wenn die das Tempo durchhalten – dann gute Nacht“ sagte er später im Ziel. Die Kenianer wiederum dachten nach der Hälfte des Rennens – als sie in der HafenCity teilweise über 500 Meter Vorsprung herausgelaufen hatten – daß das Rennen schon gelaufen wäre.

Europa schlägt Kenia

Das Rennen war aber noch nicht gelaufen. André Sommer (Leipzig) kassierte in der zweiten Streckenhälfte einen Kenianer nach dem anderen in einer zähen Aufholjagd – die das hohe Tempo des führenden Kiyai nicht mitgehen konnten. Bei KM 17 stellte er sogar den führenden Kiyai. Der erschrak regelrecht, als er plötzlich den Deutschen hinter sich spürte – und konnte noch einmal zulegen. Am Ende lief Kiyai souverän mit 13 Sekunden Vorsprung in, für das Hochsommerwetter hervorragenden, 1:07,27 Std. als Erster ins Ziel, und war sichtlich erleichtert, daß Sommer nicht mithalten konnte. Der wiederum war mehr als zufrieden mit seinem völlig unerwarteten 2. Platz in 1:07,40 Std. „Die Hitze hat mir heute nicht viel ausgemacht“ – sagte er anschließend bescheiden. In seinem Gefolge kamen mit dem Ungar Zsolt Stepan und dem Schweden Martin Söderberg gleich zwei weitere Europäer an den Kenianern vorbei, und waren entsprechend zufrieden mit Ihrer Leistung.

Überraschender Damensieg

Sie kamen aus Madrid – und „nur zu Besuch zur WM nach Hamburg“. Da haben sie sich ganz normal zum Halbmarathon angemeldet. Vor Antritt der Reise sogar – wenn man schon mal in der Stadt ist und ein Halbmarathon stattfindet. Aber gewinnen? Daran hatten sie keinen Gedanken verschwendet.

Auf Grund der Absage von Vorjahressiegerin Mercy Kibarus (Kenia) gab es keine internationale Spitzenläuferin im Feld – und als nach 1:27,46 Std. die aus Madrid stammende Marisol Madera Duran (ESP) ins Ziel lief, war die beidseitige Überraschung groß. Diese steigerte sich noch, als Ihre Zwillingsschwester Marisa in 1:28,31 Std. auf dem dritten Platz einlief. Das Nachsehen hatte dabei die Norddeutsche Marathonmeisterin Verena Becker (2.Platz, 1:28,00 Std.) aus Kiel, die lange Zeit das Rennen anführte – sich dann aber doch geschlagen geben musste.

Die Hitzeschlacht von Hamburg

Die hochsommerlichen Temperaturen machten vielen Teilnehmern zu schaffen. „Im Hafen gab es keinerlei Schatten“ sagte ein Teilnehmer sichtbar erschöpft – da wurde die Strecke plötzlich zur Qual. Das dennoch „nur“ 13 Teilnehmer wegen Kreislaufschwierigkeiten kollabierten – die alle nach stationärer Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten – spricht für die Umsicht der Teilnehmer. „Ich habe mir heute keine Bestzeit vorgenommen“ sagte hella Marketingchefin Erika Draut, die zusammen mit fast 50 Mitarbeitern des Titelsponsors das größte Laufteam des Halbmarathons stellte. Sie kam in „gemütlichen“ 2:23,56 Std. als 340 von 597 Damen ins Ziel.

13.000 Liter hella

„Alles alle“ - wegen der großen Hitze mußte eine Wasserstelle bei KM 12,5 ihre Versorgung kurzzeitig unterbrechen und auf Leitungswasser umstellen. Mehr als 13.000 Liter „hella naturell“ waren auf insgesamt 7 Wasserstellen verteilt worden. Wegen der Hitze wurden kurzfristig zwei weitere Wasserstellen eingerichtet. Dennoch kam es an den Wasserstellen häufig zu Gedränge. „Für viele Helfer war es das erste Mal, daß sie so einen Ansturm erlebten. Es war aber genug Wasser für alle vorhanden“ sagte Einsatzchef Rüdiger Rutz vom THW anschließend. Im Ziel waren es dann sechs verschiedene Sorten hella, die die erschöpften Läufer schnell wieder erfrischten.

Neuer Kleiderbeutelservice mit Hansetrans

„Das hat super funktioniert“ strahlte Kleiderbeutelchef Thomas Beyer und freute sich über die neue Kooperation mit Kleiderbeutel-Logistik-Partner Hansetrans. Der hatte insgesamt 12 der grünen Hansetrans-LKW zur Verfügung gestellt und damit nicht nur eine geordnete Kleiderbeutelabgabe am Start bewältigt, sondern auch noch den Fahrdienst für die drei auf der Strecke postierten Sambabands übernommen. „Das hat unseren Fahrern sehr viel Spaß gebracht“ sagte Hansetrans-Einsatzleiter Thomas Jacobsen, und auch die Sambabands waren höchst zufrieden mit dem zuvorkommenden Service des Transportspezialisten.

Volles Programm im Ziel

Im Zielbereich wurde anschließend noch ausgiebig gefeiert. Auf der Bühne spielten Fred Timm und der flotte Totte, die Hamburger Samba Bands Laranja Luca, Viva Cidade und Bateria Barulho zelebrierten mit einer großen Abschlußsession den Zielschluß. Der lokale TV-Sender HH1 (Sondersendung „Rasant, 26.6.2006, 20.15 Uhr) – wie auch das Hamburger Journal (NDR 3, 25.6.2006, 19.30 Uhr) berichteten mit ausgiebigen Reportagen. Eine Zusammenfassung des Rennens zeigt Hamburg 1 am Donnerstag, den 6.7.2006 um 20.15 Uhr in einer 15 Min. Reportage.

Schülerlauf am Vorabend

Am Vorabend fand „trotz“ des Deutschland-Spieles im Zielbereich der Schülerlauf über 600 Meter statt. Diesen gewannen Cornelius Bentz und Jelena Schrader (Hansa Gymnasium). Mit 17 gestarteten Teilnehmern stellte das Bergedorfer Hansa Gymnasium das größte Teilnehmerteam.

Ergebnisse des 12. hella hamburg halbmarathons am 25. Juni 2006

Gesamt Laufen Herren
1. Shaddrack Kiyai Kenia/Team Rureifel 1:07,27 Std.
2. André Sommer SC DHfK Leipzig 1:07,40 Std.
3. Zsolt Stépan Ungarn 1:08,32 Std.
4. Martin Söderberg Schweden 1:10,08 Std.
5. Robert Kiprop Kenia/Team Rureifel 1:10,18 Std.
6. Samson Koech Kenia/Team Rureifel 1:10,30 Std.

Gesamt Laufen Damen
1. Marisol Madera Duran Spanien 1:27,46 Std.
2. Verena Becker SG TSV Kronshagen/Kiel (hella Team) 1:28,00 Std.
3. Marisa Madera Duran Spanien 1:28,31 Std.
4. Sabine Schapers Post Telekom Schwerin 1:33,40 Std.
5. Marina Boe-Lange Post SV Uelzen 1:34,14 Std.
6. Jennifer Monique Wegner TU Hamburg-Harburg 1.36,58 Std.


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