Bericht vom 14. hella hamburg halbmarathon 2008 – Läufer
Die Zeichen (sprich: Wettervorhersage) verhießen für den 14. hella Halbmarathon sehr warmes Sommerwetter. Den Zuschauern konnte das nur recht sein, aber für den Veranstalter war erhöhte Aufmerksamkeit geboten: Wie stark würde der Wasserverbrauch ansteigen? Würden Läufer hitzebedingt Probleme bekommen?
Es war immerhin noch so warm, dass selbst der aus Algerien stammende Hamburger Lokalmatador Mourad Bekakcha nach seinem Zieleinlauf (1:15:43, Gesamt 15.) meinte, es sei auch ihm eher zu warm gewesen. "Ich bin schon seit zehn Jahren hier und sehr hohe Temperaturen nicht mehr ganz gewöhnt".
Aber die befürchtete schwülwarme Hitzeschlacht blieb aus. Zum Abschluss der Fußball- EM wurde es sogar noch ein bisschen "Sommermärchen". Bei erträglicher Wärme ging ein Rekord- Teilnehmerfeld auf die Strecke durch Hamburgs Hafencity und um die Alster. Mit 2409 Männern und 1126 Frauen im Ziel - beachtliche 26% mehr als 2007 - ist der Lauf der drittgrößte reine Halbmarathon in Deutschland (hinter Berlin und Stuttgart). Geschätzte 10000 Zuschauer säumten die Strecke – sehr viel für Hamburger Verhältnisse, wo die Läufer sonst außer beim Marathon eher unter sich bleiben. „Marathon- Feeling“ kam besonders am Start auf der Reeperbahn und zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken auf. Diese Teile der Strecke sind identisch mit der des Marathon Hamburg. Mittlerweile wird dort auch von Zuschauern Stimmung gemacht, die nicht zufällig, sondern ganz offensichtlich der Läufer wegen dort stehen. Und sicher trug auch die Vorfreude auf das abendliche Endspiel der Fußball- Europameisterschaft (Deutschland gegen Spanien) zur guten Stimmung bei. Wäre das Spiel allerdings nur ein paar Stunden früher angesetzt worden, wer weiß, dann hätte die Teilnehmerbilanz wohl ganz anders ausgesehen...
Zum Sportlichen:
Eigentlich wären keine Spitzenleistungen zu erwarten gewesen. Die Streckenführung hatte sich geändert, und so bremsten neben der Wärme auch eine Kopfsteinpflaster- Passage am Rathausmarkt, eine zusätzliche Steigung am Wallringtunnel und Kurven um die Binnenalster. Trotzdem legte eine kenianisch- tansanische Spitzengruppe, die bis zum Ziel eng zusammenklebte, ein Rekordtempo durch Hafencity und um die Alster vor. Gesammelt unterboten die fünf, angeführt vom Sieger Peter Kiprotich (KEN, 1:03:43), den alten Streckenrekord von 1:04:38. Für einen neuen Veranstaltungsrekord (Stephan Freigang, 1:02:37), 1997 auf der alten Strecke im Stadtpark aufgestellt, reichte es allerdings nicht.
Ähnlich hitzeresistent wie die kenianischen Spitzenläufer zeigte sich Ayk Meretzki (Hamburger SV). Der in Hamburg nicht gerade als Vielstarter Bekannte war überraschend angetreten und legte eine hervorragende 1:09:30 hin. Damit wurde er nicht nur mit zwei Minuten Vorsprung Erster der Jahresbestenliste des Hamburger Leichtathletikverbandes, sondern hat sich wahrscheinlich auch einen Top-10 Platz in der Ewigen Hamburger Bestenliste Halbmarathon erkämpft.
Das gleiche Bild bei den Frauen: Auch hier konnte eine Fünfergruppe (vier Kenianerinnen, eine Ungarin, angeführt von Pauline Njery (KEN, 1:14:52)) den alten Streckenrekord von Lydia Kurgat (2004, 1:16:37) unterbieten, für einen Veranstaltungsrekord (Gitte Karlhöj 2002, 1:14:01) reichte es dagegen nicht. Gitte Karlhöj selbst landete mehr als zwei Minuten hinter der Spitzengruppe der Frauen auf Platz 6 (1:18:55). Schnellste Deutsche wurde Martina Boe-Lange (Post SV Uelzen) in 1:29:50, schnellste "inoffizielle" Hamburgerin Brigitte Röder, die in Hamburg wohnt und eine Professorenstelle an der Uni innehat, sportlich aber ihrem Heimatverein SF Blau Gelb Marburg treu bleibt.
Folglich stellte Veranstalter Karsten Schölermann von BMS gegenüber dem Hamburger Abendblatt fest: "Angesichts der tollen Rekorde und Bestleistungen bin ich absolut zufrieden!"
Bericht: Heiko Dobrick, www.Laufen-in-Hamburg.de
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