Warum Skaten nicht mehr Teil des hella hamburg halbmarathon ist
27 Jahre lang gehörte das Skaten zum hella hamburg halbmarathon. 1998 konnte man erstmals auch rollend teilnehmen – in den Folgejahren entwickelte sich daraus eines der größten Skate-Rennen im Norden. Auch als der Sport auf Rollen zeitweise ins Straucheln geriet, hielten wir ihm die Treue. Und das mit Erfolg: Als feste Station des German Inline Cup und zuletzt als Ausrichter der Deutschen Meisterschaften bot der Wettbewerb an der Elbe stets hochklassige Duelle und spannende Entscheidungen.
Doch – ihr könnt es euch vielleicht schon denken – hat jede Erfolgsgeschichte einmal ein Ende. Nach langer und intensiver Abwägung sind wir zu dem Entschluss gekommen, Skaten nicht weiter als Wettbewerb fortzuführen. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Zum einen wird es zunehmend schwieriger, die Anforderungen eines Skate-Rennens mit denen einer Laufveranstaltung zu vereinen. Zwar konnten wir in den vergangenen Jahren stets ein Inline-Event realisieren, doch haben sich Planung und Organisation immer stärker an den Bedürfnissen der Läufer:innen orientiert.
Andere Ansprüche an Strecke, deren Beschaffenheit und Sicherheit erfordern auch andere Prioritäten, die sich nicht immer mit denen eines Laufwettbewerbs decken. Hinzu kommt, dass sich unser Versorgungskonzept – gerade in Anbetracht sommerlicher Temperaturen – nur schwer mit einem Skate-Wettbewerb vereinbaren lässt. Wenn es heiß wird, werden bei uns Wasserschläuche und Rasensprenger ausgepackt – und das ist bekanntlich nichts, worüber sich Skater:innen freuen. Auch die baustellenbedingten Anpassungen und Verunreinigungen forderten in der Vergangenheit ihren Tribut und machten das Rennen für Skater:innen zunehmend unattraktiver.
Zudem gehen die Teilnahmezahlen von Skater:innen und Läufer:innen immer weiter auseinander: Zuletzt standen lediglich 600 Skater:innen einer Rekordzahl von 18.000 Läufer:innen gegenüber. Die aktuellen Meldezahlen deuten darauf hin, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird. Die damit verbundenen höheren Anforderungen an Organisation und Sicherheit machen es uns kaum möglich, beiden Wettbewerben gleichermaßen gerecht zu werden.
All diese Faktoren machen ein Festhalten an einem Doppelrennen innerhalb eines Events langfristig schwer zukunftsfähig. Das Skaten benötigt mehr Fokus und Hingabe, als wir ihm perspektivisch einräumen können. Dieser großartige Sport verdient es, eigenständig zu wachsen, statt bei einer Laufveranstaltung nur „mitzufahren“.
Wir schließen mit dieser Entscheidung keine Tür, sondern lassen sie immer einen Spalt offen. Für Ideen und die Umsetzung eigenständiger Skatekonzepte werden wir weiterhin ein offenes Ohr haben. Wichtig ist nur:
Keep on rollin’!