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22. hella hamburg halbmarathon: Der allergrößte – Teilnehmerrekord, Sommerparty und ein kenianisches Ziellinienduell

Sonne satt, das neunte Jahr in Folge ein Teilnehmerrekord und Partystimmung: das war der 22. hella Halbmarathon. Alle vorangegangenen stellte er locker in den Schatten. Zusätzlich zu den 10785 angemeldeten Läufern und Skatern – erstmals über 10000 (!) (8552 Läufer inkl. Schülern im Ziel) – lockte auch das nach einem gewittrigen und nassen Sonnabend wieder sommerlich-sonnige Wetter reichlich Zuschauer an die Strecke. Eine großartige Stimmung, befand Steffen Ulizcka (SG TSV Kronshagen/Kieler Turnerbund, schnellster Europäer und Deutscher) bei der Siegerehrung. Auf der Reeperbahn und an den Landungsbrücken standen die Zuschauer dicht an dicht – und trotzdem klappte das berühmte “Überholmanöver”, da wo das Spitzenfeld am Ende der zweiten Auftaktrunde hinter dem Führungsfahrzeug rechts am Hauptfeld vorbeiläuft. So eng wurde es, dass zuvor, gerade einmal drei Minuten nachdem der letzte die Startlinie überquert hatte, die kenianische Spitzengruppe schon wieder von der Helgoländer Allee kommend dort eintraf und die zweite Runde Reeperbahn-Max-Brauer-Allee-Palmaille-Fischmarkt begann. Um den Ablauf zu entzerren, wird es daher 2017 voraussichtlich Änderungen an der Streckenführung geben.

Eine frische Brise sorgte für etwas weniger Schweiß – aber auch für Gegenwind. Groß waren die Hoffnungen auf neue Streckenrekorde bei Männern und Frauen. Bei km 10 sah es zumindest bei den Frauen auch zunächst noch danach aus, während die Männer-Zwischenzeit dort schon einen leichten Rückstand aufwies. Und hinter km 10 wird es am Straßenrand erst einmal ruhiger: weniger Anfeuerung, weniger Tempo. (Bis spätestens zur Cheerzone von Run Fleet und den Tide Runners  hinter km 17 – dort wurden die Läufer nicht nur angefeuert, sondern auch noch mit Konfetti beworfen).

Im Zieleinlauf ist die Spannung dann groß: die Zielgerade Rothenbaumchaussee ist fast einen Kilometer lang, von weitem schon sieht man die Führungsfahrzeuge – aber ob es dann für eine bestimmte Zeit “reicht”, entscheidet sich erst in den letzten ein bis zwei Minuten. Geoffrey Yegon aus Kenia und sein Landsmann Vincent Kipruto tauchten gleichzeitig auf und lieferten sich, der Presse und den Zuschauern ein hartes Ziellinienduell, das Yegon mit gerade einmal zwei Sekunden in 1:01:46 Std. gewann – den Streckenrekord (1:00:52 Std., 2015) verfehlten allerdings beide um eine Minute.

Auch bei Antonina Kwambai (Kenia), Siegerin in 1:12:47 Std., war bis zuletzt nicht klar, ob sie es schaffen würde – es fehlte ihr dann doch eine Minute. Deutliche zwei Minuten hinter ihr: Dorcas Nzembi Kithome (ebenfalls KEN).

Eigentlich wollte Steffen Uliczka unter 1:06:00 Std. laufen. Das wurde sehr knapp und die Zielgerade ist nicht nur lang, sondern geht auch noch leicht bergauf. Es fehlten ihm gerade einmal sieben Sekunden. Seiner Laune tat das aber keinen Abbruch. Schnellste Europäerin und Deutsche: Isabell Sophie Teegen (SC Rönnau 74). Sie musste sich dafür noch nicht einmal besonders anstrengen, denn sie hatte den hella Halbmarathon von vornherein nur als schnellen Trainingslauf geplant. Grund: in Kürze tritt sie bei der Halbmarathon-Europameisterschaft an: “Jetzt lege ich zwei Wochen die Beine hoch und freue mich auf ein Super-Rennen in Amsterdam!”

Einen Rekord gab es aber doch: Joachim Krüttgen (Hamburger Sportclub), im Mai in Portugal Senioren- Europameister im Halbmarathon und über 10 km geworden, unterbot in 1:24:13 Std. (netto) zum zweiten Mal in diesem Jahr den von ihm selbst gehaltenen Hamburger Halbmarathon-Rekord in der Altersklasse M65. Schnellste Hamburger waren Mourad Bekakcha (Hamburger SV) – “Abonnent” auf Hamburger Meistertitel – in 1:11:34 Std. und Katharina Nüser (LG Wedel- Pinneberg) in 1:22:51 Std. Eine spezielle Sonderwertung gab es für die Prominenten-“Elbstaffel”: 400m Europameister 2002 Ingo Schultz, Ex- Orientierungslauf-Weltmeister Dr. Michael Finkenstaedt und Staffel-Chef Boris Bansemer teilten sich die Strecke als (einzige) Staffel auf. Zielzeit: 1:22:50 Std.

Herren

  1. Geoffrey Yegon (KEN), 1:01:46 Std.
  2. Vincent Kipruto (KEN), 1:01:48 Std.
  3. Albert Kangogo (KEN), 1:02:31 Std.
  4. Erick Koskei (KEN), 1:02:48 Std.
  5. Ezra Kering Kipchumba (KEN), 1:03;47 Std.
  6. Lawrence Rotich (KEN), 1:03:58 Std….
  1. Steffen Uliczka, SG TSV Kronshagen/Kieler TB, 1:06:06 Std. (schnellster Europäer und Deutscher)…
  1. Mourad Bekakcha, Hamburger SV, 1:11:34 Std. (schnellster Hamburger)

Damen

  1. Antonina Kwambai (KEN), 1:12:48 Std.
  2. Dorcas Nzembi Kithome (KEN), 1:14:29 Std.
  3. Naom Jebet (KEN), 1:14:31 Std.
  4. Gladys Kataron Kiplagat (KEN), 1:16:24 Std.
  5. Charity Kiprop (KEN), 1:18:24 Std.
  6. Isabell-Sophie Teegen, SC Rönnau 74, 1:19:48 Std. (schnellste Europäerin und Deutsche)
  1. Katharina Nüser, LG Wedel-Pinneberg, 1:22:51 Std. (schnellste Hamburgerin)

Zu den Ergebnislisten geht es hier.

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